Von der B- in die 1 A-Lage: Ein Umzug im April 2017 bescherte der Wäscheabteilung von Elisabeth Krauth in Deggendort die nötige Aufmerksamkeit – und ein beeindruckendes Umsatzplus. Aus einer „Mitläufer“-Fläche im Obergeschoss eines Kindermoden-Stores wurde ein eigenständiges Wäschehaus mitten am Stadtplatz.

Welche Gründe waren ausschlaggebend für die Verlegung der Wäscheabteilung?
Wir hatten in der B-Lage im ersten Stock einfach das Problem, dass uns viele Kunden nicht wahrgenommen haben. Der Umsatz war stark getrieben von Werbung. Neukunden waren nur schwer zu gewinnen.

Was sind die größten Vorteile des neuen Standorts?
Der neue Standort in der Fußgängerzone von Deggendorf hat eine Superfrequenz: Vor dem Haus befindet sich eine Bushaltestelle und die Sparkasse als größte Publikumsbank der Stadt ist unser Nachbar. Große Schaufenster geben uns die Möglichkeit, unser Sortiment in Szene zu setzen. Die Kunden kommen nun gezielter und interessieren sich für Dessous und Wäsche.
Im Kindergeschäft waren wir oft nur der Mitläufer. ln den Sommermonaten haben wir zudem von den Touristen aus dem Bayerischen Wald profitiert, die bei schlechtem Wetter gerne nach Deggendorf kommen. Am alten Standort hatten uns diese nur selten gefunden.
M1t der neuen Fläche konnten wir ein rund 50-prozentiges Umsatzplus verzeichnen- und das bei fast unveränderter Quadratmeter- und gleicher Mitarbeiteranzahl.

Wie haben sich Ihre Marken- und die Kundenstruktur verändert?
Chantelle und Mey haben die größten Zuwächse. Calvin Klein, der vorher unter den Top drei war, ist auf Position fünf gerutscht. Das ist darauf zurückzuführen, dass wir seit dem Umzug mehr ältere Kundinnen begrüßen können. Am ehemaligen, mit der Kidswear kombinierten Standort kamen hauptsächlich die jungen Mamis zu uns, jetzt verkaufen wir Bodywear an eine breit gefächerte Zielgruppe im Alter von 17 bis 70 Jahren.
Da unsere Familie am Standort auch ein Modehaus betreibt, das von Young Fashion bis Premium die modische Kundin in Deggendorf anzieht, können wir diese mit Krauth Bodywear ebenso
abholen. Wir haben keine Probleme mit einem BH in einer Preislage um die 100 Euro, ebenso kommt aber der Teenager, der seit Geburt bei uns eingekleidet wird.

Wie hat sich der Aufbau des Sortiments verändert?
Wir haben den Tagwäsche-Bereich deutlich ausgebaut, vorher waren wir zu dessouslastig. Das führt nun dazu, dass sich die erzielte Umsatzspanne und die Lagerumsatzgeschwindtgkeit sehr positiv entwickeln. Die Abschiften sind deutlich gesunken.

Wie gestaltete sich bei der Neugestaltung die Zusammenarbeit mit Ihren Partnern?
Insbesondere dankbar war ich für die kompetente Wäscheberatung von Gabriele Hobmaier. Ich bin seit 30 Jahren in der Textilbranche tätig und habe schon mit einigen Beratern zusammengearbeitet, aber so ein detailliertes Ergebnis und so eine intensive Betreuung über einen langen Zeitraum habe ich noch nie erlebt. Frau Hobmaier unterstützt mich bei den Kontakten
zu den Firmen und der permanenten Sortimentsoptimierung. Da ich neben der Wäsche noch DOB, Schuhe und Kindermode einkaufe, ist mir das eine sehr große Hilfe.
Der Ladenbau wurde von Bernd Schleehauf geplant und von Holzakzente perfekt, sauber und schnell umgesetzt.

ln welchen Bereichen sehen Sie noch Verbesserungspotenzial?
An der Emotionalisierung der Fläche möchte ich noch etwas nacharbeiten, da bin ich noch nicht ganz zufrieden. Auch sind wir mit Herrenwäsche noch am Experimentieren beziehungsweise überlegen wir, ob wir diese insgesamt unbedingt brauchen. Eventuell könnten wir mit einer Big Cup-Wand deutlich mehr Umsatz erzielen.
Ich finde es aber generell spannend, an einem Geschäft immer noch etwas zu verbessern – nicht nur am Angebot.