Früher tendierten wir Wäsche-Einkäufer dazu, 60 % der Neuware in Januar und Juli, 30 % im Februar und August und im März bzw. September die restlichen 10 % einzufahren.

Unsere Argumente hierfür waren, dass der „frühe Vogel“ doch bekanntlich den Wurm fängt, schließlich hatten wir nun lange genug das gleiche Warenbild. Ein Saisonstart mit 60 % Neuware, ob Mode oder NOS war normal.

Die Argumente der Industrie, dass der Mitbewerber die Ware ebenso früh bekommt, haben uns in unserem Denken unterstützt.

Aber kaum jemand hat bedacht, dass der „Schlussverkauf“ im Januar und Juli noch immer eine große Bedeutung bei den Endverbrauchern hat. Die Schnäppchenjagd hat hier ihren Höhepunkt.

In dieser Zeit ist es besonders wichtig, die reduzierte Ware zu inszenieren, damit möglichst wenig übrig bleibt. Für einen hohen Anteil an neuer Ware fehlt im Januar und Juli der Platz für eine angemessene Präsentation.

Nahezu jeder Händler hat einen Stammkundenanteil von ca. 80 %. Der Kunde sieht bei einer frühen, massiven Wareneinsteuerung ein halbes Jahr lang ein und dasselbe. Nur wenige Händler verändern ihre Warenbilder so, dass die gleiche Ware immer wieder anders zur Geltung kommt.

Die Frage ist auch, benötigen wir im Januar bereits sommerliche Nachtwäsche oder im Juli Frottee oder Flanell?

Sicher tickt nicht jedes Geschäft gleich. Aber dennoch bin ich der Meinung, dass nahezu jeder Händler die Liefertermine für Neuware beruhigt entzerren kann. Erste Reaktionen kommen von Seiten der Industrie. Der Stein ist schon mal ins Rollen gekommen.

Mein Tipp lautet:

Im Januar 10 % des gesamten Wareneingangs „Vororder“ setzen, im Februar 30 %, im März 40 % und im April 20 %. Im zweiten Halbjahr Juli mit 10 %, August mit 20 %, September mit 40 % und den Oktober mit  30 %

Diese Taktung entspricht der zur Verfügung stehenden Fläche und weitestgehend dem Konsumverhalten der Verbraucher. Dem Wetter werden wir ohnehin nie gerecht.